

Speyer. Am 30. März wurden in der Kirche des Bischöflichen Priesterseminars St. German in Speyer 15 Männer für Lektoren- und den Akolythendienst bzw. in den Kreis der Weihekandidaten aufgenommen.
Dr. Ulf Claßen aus Homburg-St. Fronleichnam und Klaus Casper aus Neustadt-St. Marien sowie aus dem Kreis der Priesteramtskandidaten Sebastian Bieberich aus Ludwigshafen-Maudach-St. Michael, Maximilian Brandt aus Gönnheim (Pfarrei Wachenheim-St. Georg), Tobias Heil aus Frankenthal-St. Ludwig, Thomas Ott aus Waldmohr-St. Georg, Florian Pletscher aus Beindersheim (Pfarrei Heßheim-St. Martin), Matthias Schmidt aus Schifferstadt-St. Jakobus und Florian Stark aus Offenbach a. d. Queich-St. Josef.
Zum Dienst des Akolythen wurden aus dem Kreis der Diakonenbewerber beauftragt Hanspeter Imhoff aus Ludwigshafen-Maudach-St. Michael, Jean-Jacques Kambakamba aus Ludwigshafen-St. Dreifaltigkeit, Günter Reichard aus Studernheim-St. Georg (Pfarrei Frankenthal-St. Jakobus) und Achim Weiland aus Bad Bergzabern-St. Martin. Ebenfalls erhielt aus dem Kreis der Priesteramtskandidaten Nils Schubert aus Kaiserslautern-St. Martin die Beauftragung zum Akolythen. Gleichzeitig wurde Markus Heumüller aus Annweiler-St. Josef unter die Weihekandidaten für den Ständigen Diakonat aufgenommen.
Den gut besuchten Gottesdienst leitete Weihbischof Otto Georgens. Mit am Altar standen Regens Markus Magin, Diakon Mathias Reitnauer und Diakon Daniel Sevo, der im Juni zum Priester geweiht wird
In seiner Predigt ging der Weihbischof unter anderem auf die besondere Bedeutung der Kirche auch in der heutigen Zeit ein. Er legte dar, dass sie dazu da sei, den Menschen zu helfen, Jesus kennen zu lernen. Dies sei der Grundauftrag der Kirche. „Selbstverständlich soll die Kirche auch dazu beitragen, dass unsere Gesellschaft einen Grundbestand an ethischen Werten behält, aber die Kirche ist nicht in erster Linie eine Agentur für Werte und Sinnfragen“, machte der Weihbischof deutlich.
[J.HE.]
Die Theologentage gehören fest in den Terminkalender der Speyrer Priesterkandidaten, deren Ausbildung an verschiedenen Studienorten stattfindet. Dieses Jahr standen sie unter dem Thema „Ordensgemeinschaften im Bistum Speyer“. In der Zeit von Freitag vor Palmsonntag bis zum Ostersonntag hatten wir also die Gelegenheit gemeinsame Tage im Priesterseminar St. German in Speyer zu verbringen. Wie es bereits Tradition ist, begannen die Theologentage mit den Beauftragungen zum Lektorat und Akolythat in der Seminarkapelle. Am darauffolgenden Samstag fand dann ein Ausflug statt, bei dem uns unser Bischof Dr. Wiesemann begleitete. Dieses Jahr fuhren wir dem Thema entsprechend nach Pirmasens und Hornbach, wo wir die Gräber des Sel. Paul Josef Nardini und des Hl. Pirmin besuchten. Zunächst hatten wir am Grab Nardinis in Pirmasens eine Eucharistiefeier, bevor uns die Mallersdorfer Schwestern einen kurzen Film zu ihrem Ordensgründer zeigten. Danach besichtigten wir in Böckweiler eine der ältesten Kirchen des Saarlandes. Von der ging es dann auf einer kurzen Wanderung nach Altheim, wo wir mit Pilgerbrot- und Wein begrüßt wurden und den Kirchturm besichtigen konnten, der zwei Meditationsräume beherbergt. Nachdem wir die Reste der alten Klosteranlage in Hornbach besichtigt und auch am Grab des Hl. Pirmin Zwischenstation gemacht hatten, feierten wir in der Pfarrkirche St. Pirminius die Vesper mit unserem Bischof. Nach einem gemeinsamen Abendessen in den Räumen des Pfarrheims in der Unterkirche ging es wieder zurück nach Speyer.
Am Sonntag feierten wir vormittags das Pontifikalamt zum Palmsonntag im Dom mit und hatten nachmittags Gelegenheit am Diözesanen Weltjugendtag in Speyer teilzunehmen. Montags und Dienstags dann arbeiteten wir mit verschiedenen Referenten darunter Weihbischof Georgens, Pater Hülsmann SCJ, Sr. Judith Velten, Sr. Ramona Thönnes, Dr. Ammerich und Regens Magin zur Geschichte, der aktuellen Situation und der Zukunft der Ordensgemeinschaften im Bistum Speyer. Eines wurde dabei deutlich, nämlich dass die Arbeit der Orden für die Kirche und die Diözese unheimlich wertvoll ist. Unbestreitbar bleibt aber auch, dass sich für die Zukunft einiges in deren Arbeit verändern wird.
Schließlich beendeten wir die Themeneinheit mit einer Vesper im Karmel in Speyer und freuten uns dabei sehr, dass wir anschließend mit den Schwestern ins Gespräch kommen konnten. Der liturgische Höhepunkt der Theologentage war dann die Mitfeier der Gottesdienste – der Chrisammesse, des Pontifikalamtes am Gründonnerstag und Karfreitag, der Osternacht und des Ostersonntages - im Dom. Die Theologentage haben wieder das Gemeinschaftsgefühl der Speyrer Priesterkandidaten gestärkt, so dass wir uns bereits auf das nächste Jahr freuen.
[Für die Priesterkandidaten Florian Stark]
Bei einem feierlichen Gottesdienst am Morgen des 3. Dezember hat Diözesanbischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in der Kirche des Speyerer Priesterseminars drei Männer unter die Kandidaten für das Diakonat aufgenommen (Admissio). Einen weiteren beauftragte der Bischof mit dem Dienst des Akolythen, des Altardienstes. Unter die Bewerber für den Diakonat wurden Jens Henning, Michael Kapolka sowie Michael Ganster aufgenommen. Henning und Kapolka bereiten sich auf die Priesterweihe vor, Ganster auf den Ständigen Diakonat. Als Akolyth wurde Markus Heumüller, der ebenfalls auf dem Weg zum Ständigen Diakon ist, beauftragt. Bei dem Pontifikalamt standen der Leiter des Priesterseminars, Regens Markus Magin, und Diakon Mathias Reitnauer, der für die Diakone im Bistum Speyer zuständig ist, mit am Altar.
In seiner Predigt ging Bischof Wiesemann auf die großen Sendungsreden des Johannesevangeliums ein und vergegenwärtigte den Gottesdienstteilnehmern auf eindringliche Weise die Aktualität des Evangeliums. Zunächst bedankte sich der Bischof jedoch bei allen, die die Kandidaten während ihres Berufungsweges und der Ausbildung begleitet haben. Er legte den Bewerbern für das Priesteramt und den Ständigen Diakonat dar, dass die Sendung der Jünger nicht ein reiner Verwaltungsakt war, sondern dass die Sendung aus dem Gebet heraus entstand. Er betonte die Vorbehaltlosigkeit der Sendung Jesu, die ohne eine Garantie auf Erfolg war und machte deutlich, dass Jesus seine Jünger den Menschen ausliefert, dass Vorbehaltlosigkeit und Wehrlosigkeit aber notwendig ist, um die Menschen zu erreichen. Dabei gehe es nicht darum, Gott zu den Menschen zu tragen, denn Gott sei bereits schon bei den Menschen. »Unsere Aufgabe ist es nur, Gott gemeinsam mit den Menschen zu entdecken.« Jesus erwähle und berufe Menschen, um Menschen zu helfen.
Der Bischof erinnerte die Männer, die sich auf die Aufgaben des Priesters und des Diakons vorbereiten, dass gerade die Zeit nach der Beauftragung zum Akolythen und nach der Admissio nochmals eine besondere Zeit ist, sich im Gebet an Gott zu binden. [J.H./red]
03. bis 05. Februar 2012 / Speyer
Info-Wochenende für Interessenten am Priesterberuf
Alter: 16–30 Jahre
Kosten: 15 EUR (Verdienende 30 EUR)
Ort: Speyer
Infos und Anmeldung: www.dein-leben-dein-weg.de/p-2012
Diözesanstelle Berufe der Kirche Speyer

13. bis 15. April 2012
Deutscher Seminaristentag (Hl. Rock-Wallfahrt) in Trier
16. Juni 2012, 9 Uhr / Dom zu Speyer
Priesterweihe
Anschließendes Fest der Begegnung im Garten des Priesterseminars
18. Juni 2012, 18 Uhr
Sommerfest
Messfeier zur Nachprimiz in der Seminarkirche
16. Juli 2012 bis 29. Juli 2012
Betriebsferien des Priesterseminars
14. bis 15. August 2012 / Priesterseminar
Begegnungstreffen der Speyerer Theologinnen und Theologen
08. September 2012, 9 Uhr
Diakonenweihe in Herxheim, anschließend Fest der Begegnung
08. Dezember 2012, 10.30 Uhr / Kirche des Priesterseminars
Feier der Admissio

Pastoralkurs 2011-2013
Nächste Metropolieeinheit /
22. Januar bis 9. Februar Klinikseelsorgeausbildung in Mainz
13. Februar bis 9. März Pastoralkurs in Speyer
14. Januar bis 8. Februar (3. Metropolieeinheit)
Pastoralkurs 2010-2012
15. Januar 2012 bis 10. Februar 2012
Pastoralkurs 2012-2014
2. bis 28. September
21. Januar bis 8. Februar Klinikseelsorgeausbildung in Mainz
13. Februar bis 8. März 2013 2. Metropolieeinheit

Bischof spendete fünf Diakonen das Weihesakrament
Zu Beginn der Feier sprachen die Weihekandidaten vor dem Bischof ihr »Hier bin ich.«
Speyer, am 10.09.2011. Durch Handauflegung und Gebet hat Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann am Samstagmorgen im Dom zu Speyer zwei Priesteramtskandidaten und drei Bewerbern für den Ständigen Diakonat das Sakrament der Diakonenweihe gespendet. Dominik Geiger (29) aus Leimersheim und Daniel Sevo (28) aus Dannstadt sind nach Abschluss des Theologiestudiums zur Zeit im pastoral-praktischen Teil ihrer Ausbildung und werden im kommenden Sommer die Priesterweihe empfangen. Die drei Ständigen Diakone, die einen theologischen Fernkurs und ebenfalls eine pastoralpraktische Ausbildung absolviert haben, werden künftig nebenberuflich in der Pfarrseelsorge tätig sein: Eric Dietenhöfer (43) in der Pfarreiengemeinschaft Kaiserslautern - St. Theresia mit Dansenberg und Hohenecken, Hans-Jürgen Erb (53) in der Pfarreiengemeinschaft Zweibrücken mit Bubenhausen und Ixheim sowie Michael Geiger (42) in der Pfarreiengemeinschaft Weyher mit Hainfeld, Flemlingen, Burrweiler und Gleisweiler.
In seiner Predigt bezeichnete Bischof Wiesemann das Dienen, die Diakonie, als wesentliche Grundlage der Kirche. Er verwies auf das Beispiel Jesu im Lukasevangelium, der nach der Berufung der Apostel auf dem Berg mit diesen hinabstieg in die Ebene - »auf Augenhöhe mit den Menschen«, um sich ihren Nöten, Krankheiten, Fragen, Hoffnungen und Sehnsüchten auszusetzen. Die Botschaft vom Reich Gottes werde unmittelbar erfahrbar in der Zuwendung zu den Menschen. So bilde die verausgabende Liebe die Herzmitte des Dienstamtes, zu dem Jesus berufe, ob als Priester oder als Diakon.
Es sei schön, dass sich in dieser Feier sowohl zwei Priesteramtskandidaten, die sich mit dem Versprechen der Ehelosigkeit in die ungeteilte Hingabe an Christus stellten, als auch drei Ehemänner, Väter und im Beruf Stehende in diesen Dienst berufen ließen. »Sie machen den Menschen Mut und geben Ihnen Hoffnung, Sie trösten und stärken Sie mit dem Wort Gottes, Sie reichen ihnen die Kommunion und stehen ihnen bei in den Nöten ihres Lebens«, rief der Bischof den Weihekandidaten zu. Er verwies sie aber auch auf die Bedeutung des Breviergebetes, durch das sie in besonderer Weise in die Gebetsgemeinschaft des Herrn und seiner Kirche hineingenommen würden. Das Gebet eröffne mitten in den Zwängen des Lebens den Raum für Gott und sein Wirken, es helfe zum radikalen Umdenken und befähige zum Dienen.
An dem festlichen Weihegottesdienst nahmen viele Gläubige aus den Heimatgemeinden der fünf Diakone, aber auch eine große Zahl Priester und Diakone aus dem ganzen Bistum teil. Für die musikalische Gestaltung sorgten Domkapellmeister Markus Melchiori, Domorganist Markus Eichenlaub, eine Schola aus Priesteramtskandidaten und Bewerbern für den Ständigen Diakonat sowie der Kinder- und Jugendchor »Südpfalzlerchen« aus Herxheim.
Die Diakonenweihe ist die unterste Stufe des Weiheamtes in der katholischen Kirche. Von ihrem Ursprung her ist sie die Beauftragung zum sozialen Dienst an den Armen und Kranken. Der Diakon - die Bezeichnung geht auf das griechische Wort für "Dienen" zurück - hat aber auch besondere Aufgaben im liturgischen Bereich: Er kann das Taufsakrament spenden, der Feier der Trauung vorstehen, Begräbnisse leiten und in der Eucharistiefeier predigen. Für den Priesterberuf ist die Weihe zum Diakon die notwendige Vorstufe. Dagegen steht der Ständige Diakonat, der haupt- oder nebenberuflich ausgeübt wird, auch verheirateten Männern offen. [Text / Foto: is]
Bei der Allerheiligenlitanei.
Bei der Gabenbereitung mit Regens und Spiritual.
Bei der Übergabe der Weiheurkunden im Garten des Priesterseminars.
30. März 2012, 18:00 / Kirche des Priesterseminars
Feier der Beauftragung zum Lektoren- und Akolythendienst mit Weihbischof Georgens
16. Juni 2012, 09:00 / Dom zu Speyer
Feier der Priesterweihe mit Bischof Dr. Wiesemann
08. September 2012, 9 Uhr
Diakonenweihe in Herxheim, anschließend Fest der Begegnung
08. Dezember 2012, 10.30 Uhr / Kirche des Priesterseminars
Feier der Admissio

Fortbildungstage des Bischöflichen Priesterseminars St. German, Speyer
20. Oktober 2011
»Zieh weg … aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde …« Gen 12,1
Dr. Arnd Bünker, Theologische Grundlegung der Evangelisierung
24. November 2011
»Geht hinaus in alle Welt …« Mk 16,35
Jürgen Pelzer, The world wide web — Evangelisierung im Internet
12. Januar 2012
»Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen …« 1 Petr 3,15
Uwe Burkert, Missionarisch predigen
23. Februar 2012
»Brannte uns nicht das Herz in der Brust …« Lk 24,32
Vertreter von Neokatechumenat und Gemeinschaft Emmanuel, Die missionarische Kraft geistlicher Bewegungen
22. März 2012
»Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät …« Mk 4,26
Dr. Ludwig Burgdörfer (MÖD Landau), Blick über den katholischen Tellerrand — Studien zur Evangelisierung in der evangelischen Kirche
10. Mai 2012
»Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe« Mk 1,15
Markus-Liborius Hermann (KAMP Erfurt), Best practice – Modelle für eine missionarische Pastoral
Die Tagungen beginnen jeweils um 9.30 und enden gegen 15.30 Uhr.
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Am Anfang der Priesterausbildung steht das sogenannte Propädeutikum (»Vorkurs«). Es soll auf das Theologiestudium an der Universität vorbereiten und in das Leben in einem Priesterseminar einführen. Die Speyerer Priesterkandidaten sind, wie bereits beschrieben, ein Jahr lang im Bamberger Priesterseminar, zusammen mit Eichstätter, Würzburger und Bamberger Priesterkandidaten sowie den Kandidaten der ostdeutschen Diözesen.
Das Propädeutikum versteht sich, wie oben beschrieben, als Sprachschule. Deshalb gibt es die Möglichkeit, entweder Latein oder Griechisch zu lernen. Zudem werden in einem Grundkurs hebräische Sprachkenntnisse vermittelt. Durch die zwei Sprachen, die so schon im Propädeutikum abgeschlossen werden, entspannt sich der Studienbeginn an der Universität.
Auch als Lebensschule versteht sich das Propädeutikum. An zwei Wochentagen ist für ca. 5 Monate in Bamberg ein Sozialpraktikum integriert, wobei man sich seinen Einsatzort (Altenheim, Kindergarten, Behinderteneinrichtung, etc.) selbst wählen kann. Dabei lernen die Propädeutiker, sich in den Dienst am Mitmenschen einzuüben und erleben sich gleichzeitig in ganz praktischen Lebensumfeldern. Hinzu kommen Kurse wie Gesangs- und Sprecherziehung, welche sich durch das ganze Jahr ziehen.
Zur Glaubensschule des Propädeutikums gehören Glaubens- und Spiritualstunden. Dazu kommt die Einführung in Formen des persönlichen Betens wie auch des Stundengebetes und der Messfeier. Das Highlight des vorbereitenden Jahres in Bamberg ist sicherlich die Bibelschule, eine vierwöchige Israelreise. Dabei geht man gewissermaßen auf den Spuren Jesu und nimmt so einen großen persönlichen Gewinn für sein Glaubensleben bevor man in den nächsten Ausbildungsabschnitt geht.

Da es im Bistums Speyer keine Universität mit einer Theologischen Fakultät gibt, studieren die Speyerer Priesterkandidaten seit vielen Jahrzehnten an auswärtigen Studienorten. Derzeit studieren Speyerer in Eichstätt und Mainz, München und Rom. Aufgrund der Zusammenarbeit der vier Diözesen der Metropolie beginnen die Speyerer Kandidaten ihr Theologiestudium mittlerweile an der einzigen Katholischen Universität Deutschlands in Eichstätt. Das Barockjuwel im Herzen Bayerns liegt an der Altmühl, einem kleine Flüsschen, das zum Spazieren, Rad – oder Kanufahren einlädt.
Zusammen mit den Priesterkandidaten des Bistums Eichstätt wohnen die Speyerer im dortigen Priesterseminar, wo sie auch am Hausprogramm teilnehmen. Vorlesungen besuchen sie zusammen mit anderen Studenten an der Universität. Ein großer Vorteil ist die räumliche Nähe von Seminar und Uni. Die Vorlesungsräume nahe beim Seminar liegen. Zu den Studienfächern gehören Bibelwissenschaften, Liturgik, Pastoraltheologie, Philosophie, Kirchenrecht und vieles andere mehr. Zwei Jahre lang leben die Priesterkandidaten im Seminar. Während des sogenannten Freijahres (3.Jahr) suchen sie sich einen anderen Studienort. Dort setzen sie das Theologiestudium fort, müssen sich aber selbst um eine Wohnung und ihre Versorgung kümmern. So lernen sie selbstständig für sich zu sorgen und erfahren, wie das Leben außerhalb des Seminars läuft. Nach den beiden Freisemestern, die der persönlichen Reifung dienen sollen, steht die Entscheidung an, ob sie für die weiteren zwei Jahre des Studiums ins Priesterseminar nach Eichstätt zurückkehren wollen oder nicht. Denkbar ist auch eine Fortsetzung des Studiums im Herzoglichen Georgianum im Herzen von München. Das Studium schließt mit dem Magister der Theologie ab.
In der vorlesungsfreien Zeit des Studiums werden Pfarr-, Schul- und Industriepraktikum absolviert, die immer wieder den Praxisbezug herstellen. Eingehendere Praxiserfahrung aber sammeln die Priesterkandidaten im letzten Ausbildungsabschnitt.

Zum letzten Ausbildungsabschnitt kehren die Theologen nach Speyer zurück. Während der letzten beiden Jahre vor der Priesterweihe üben sie sich in viele pastoralpraktischen Tätigkeiten ein. Nun geht es beispielsweise darum, predigen zu lernen oder eine Schulstunde zu erarbeiten und vor der Klasse zu unterrichten. Die ganz praktische Gemeindearbeit wie Erstkommunionvorbereitung oder Erwachsenenkatechese werden genauso eingeübt wie die liturgischen Dienste. Hierher kommen neben den Speyerern auch Eichstätter, Würzburger und Bamberger Priesteramtskandidaten, um sich auf die seelsorglichen Herausforderungen in den Gemeinden vorzubereiten.
Während des Pastoralkurses pendeln die Priesteramtskandidaten zwischen dem Priesterseminar und ihren Praktikumspfarreien hin und her. Geht es im Seminar um die Einübung von pastoralprakitschen Fähigkeiten und deren Reflexion, so erleben sie in den Praktikumpfarreien die ganz konkrete Gemeindearbeit. Am Beginn des 2.Pastoralkursjahres steht die Weihe zum Diakon, am Ende schließlich die Priesterweihe.

Nicht nur junge Menschen nach dem Abitur fragen nach ihrer Berufung und danach, welchen Weg Gott mit ihnen gehen möchte. Immer wieder stellt sich diese Frage auch Männern, die schon etwas älter sind und bereits mitten im Berufsleben stehen. Auch dann ist es natürlich möglich, dieser Berufung zu folgen. Für Männer ab dem Alter von 25 Jahren mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung hat die Deutsche Bischofskonferenz ein Ausbildungsinstitut geschaffen in dem es möglich ist, auf dem dritten Bildungsweg ohne Abitur zu einem theologischen Studienabschluss zu kommen.

Der Weg zum Priesteramt führt über das Theologiestudium an der Theologischen Fakultät einer Universität. Zulassungsvoraussetzung für das Studium ist im Normalfall das Abitur. Für Männer mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung, die das 25. Lebensjahr vollendet haben, besteht die Möglichkeit, das Theologiestudium ohne Abitur über den sogenannten dritten Bildungsweg zu absolvieren. Nähere Informationen dazu gibt es hier.
Für die Zulassung und Aufnahme von neuen Priesteramtskandidaten ist der Regens des Priesterseminars zuständig. Der erste Schritt im Zusammenhang mit einer Bewerbung ist deshalb ein Gespräch mit ihm. Er informiert über die Zugangswege, die Bewerbungsunterlagen, den Studienverlauf, die Voraussetzung und vieles mehr. Gleichzeitig macht er sich mit dem Bewerber auf den Weg, um herauszufinden ob tatsächlich die Anfänge eines Berufungsweges zum Priesteramt erkennbar sind und ob der Bewerber geeignet erscheint. Ist dies der Fall, so schlägt er dem Bischof den Bewerber zur Aufnahme unter die Priesteramtskandidaten vor.



Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann
Eigentlicher Hausherr eines Priesterseminars ist der Diözesanbischof. Er ernennt einen Priester der Diözese zum Regens, das heißt zum Leiter
des Priesterseminars sowie der Ausbildung der Priesterkandidaten.


Als Regens ist Magin gleichzeitig Dozent für Liturgik am Priesterseminar, geschäftsführender Sekretär des Liturgischen Rates, Bischöflicher Beauftragter für den Ständigen Diakonat und Letztverantwortlicher für die Diözesanbibliothek. Zusammen mit der Aufgabe als Regens hat ihm der Bischof auch die Leitung des Bistumshauses St. Ludwig in der Speyerer Innenstadt übertragen. Mittelfristig sollen Priesterseminar und Bistumshaus in einem Gebäude vereint werden.

P. Hülsmann wurde 1984 Rektor von Kloster und Schule im emsländischen Handrup und 1993 für fünf Jahre Rektor des Klosters und der Schule in Stegen bei Freiburg. 1998 wurde er zum Provinzial der Deutschen Ordensprovinz der Herz-Jesu-Priester mit Sitz in Bonn-Oberkassel gewählt. Von 2003 bis 2006 war er zusätzlich zu diesem Amt Vorsitzender der Vereinigung Deutscher Ordensoberer (VDO), die mehr als 6.000 Ordensleute im Deutschland vertritt. Anfang 2004 wurde er auch Präsident der Union der Ordensoberen-Konferenzen Europas (UCESM - Unio Conferentiarum Europae Superiorum Majorum).
Zum 1. Januar 2010 ernannte ihn Bischof Dr. Karl Heinz Wiesemann zum Spiritual am Speyerer Priesterseminar für die Priesterkandidaten sowie die künftigen Pastoral- und Gemeindeassistentinnen und -assistenten. Seit Mai 2011 begleitet er auch die Diakonenanwärter als Spiritual.








(von links oben nach rechts unten)
Pastoraltheologie
Dr. Thomas Kiefer,
Leiter der Abteilung Gemeindeseelsorge im Bischöflichen Ordinariat
Religionspädagogik
Tatjana Blumenstein
Homiletik
Pfr. Volker Sehy,
Direktor des Geistlichen Zentrums Maria Rosenberg
Kirchenrecht
Direktor für Kirchenrecht i. K. Dr. Christian Huber lic. jur. can,
Leiter der Abteilung Kirchenrecht im Bischöflichen Ordinariat
Stimmbildung
Dekanatskantor Georg Treuheit
Diözesangeschichte
Archivdirektor i. K. Prof. Dr. Hans Ammerich
Liturgik
Regens Markus Magin
Kirchenmusik und Kirchenmusikgeschichte
Günther Scheurer, (ohne Bild)
Dozent am Bischöflichen Kirchenmusikalischen Institut

Sebastian Bieberich aus Ludwigshafen, Studienort Mainz
Welcher Priester hat dich besonders beeindruckt?
Es ist Jean-Marie Baptiste Vianney, der heilige Pfarrer von Ars. Ein Mann, dem das Studium alles andere als leicht gefallen ist, der sogar von der »Trostlosigkeit des Lernens« sprach. Er wurde, weil man ihn für unfähig hielt, in eine der schlimmsten, verkommensten Gemeinden Frankreichs geschickt, deren Bewohner »nichts außer die Taufe von den Tieren unterschied«. Trotz dieser Probleme wurde Jean-Marie ein begnadeter Seelsorger. Er vermochte es durch sein geistliches Wirken, die Pfarrei zu einer Musterpfarrei zu machen. Seine Pfarrkinder waren von Jean-Marie als Beichtvater derart begeistert, dass er über viele, viele Stunden nicht aus dem Beichtstuhl herauskam. Er setzte sich für die Sorge der ihm anvertrauten Seelen bis zur Erschöpfung ein, bis er an Entkräftung und innerer Auszehrung starb.
Es fasziniert mich, was dieser Mensch, den man in seinem Studium für einfach gestrickt hielt, für Gott und die Menschen zu leisten imstande war.
Maximilian Brandt aus Gönnheim, Studienort Eichstätt
Welches Zitat aus der Bibel hat für dich eine ganz besondere Bedeutung?
»Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt« (Joh 15,16).
Dieser Satz aus dem Evangelium nach Johannes zieht sich wie ein roter Faden durch meine Berufungsgeschichte.
Er gibt mir zwei wichtige Impulse auf meinem Weg in der Nachfolge Jesu. Zum einen ist Berufung ist nicht etwas, das ich selbst machen kann. Der Ruf in der Berufung geht von Christus selbst aus. So ist Jesus auch der tragende Grund meines Weges zum Priestertum und ich bedarf immer wieder der Rückbindung an ihn, der mich in seine Nachfolge gerufen hat. Das gilt für jeden Menschen; Gott hat mit jedem und jeder etwas ganz Besonderes vor, das den Menschen zu seiner Erfüllung, ja seinem Glück führt – für mich ein Grund zu tiefer Dankbarkeit.
Zum anderen sind diese Worte Jesu für mich ein Begleiter gerade in schwierigen Situationen, die es zu meistern gilt, sei es im Studium oder später in der Pfarrei. Nicht ich muss dann der Macher sein, was ich gar nicht leisten könnte. Ich darf Christus Raum geben, dass er in mir und durch mich wirken kann. Gerade beim Studium, das auch Schwierigkeiten hat, geben mir diese Worte Kraft.
Oft denke ich dann an einen Satz, den mir ein Priester mit auf den Weg gab: »Christus ruft, wen er will. Und wen er ruft, den befähigt er auch«(Johannes vom Kreuz) – ein wirklich entlastender Gedanke!
Dominik Geiger aus Leimersheim, Pastoralkurs (Praktiumsort: St. Ingbert, St. Josef)
Was ist dein Lieblingspsalm/Psalmwort?
»Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde! Dient dem Herrn mit Freude! Kommt vor sein Antlitz mit Jubel!« (Ps 100,1)
Dieser Vers aus dem Psalm 100 begleitet mich schon eine ganze Weile. Ich blieb einmal bei Stundengebet daran hängen und seither trage ich ihn bei mir. Ich trage ihn bei mir, aber nicht wie eine Last, sondern vielmehr mich entlastend. Dieser Vers strahlt für mich nämlich Freude und Zuversicht aus. Die Freude, die Gott uns schenken will, erst recht, wenn wir uns in seinen Dienst stellen und die Zuversicht, dass Gott uns immer zur Seite steht. Gott liebt uns und schenkt uns alles, was wir zum Leben brauchen. Er gibt uns die Kraft, die wir im Leben brauchen und die Möglichkeit, ihm darin zu dienen. Ihm dienen heißt für mich, aus dieser Kraft, die Gott mir schenkt, zu leben, zu handeln und ihn dafür zu loben. Ich bin Gott dankbar für die Berufung, die er mir geschenkt hat, für die Freude, die ich dabei haben darf und ich bete darum, dass viele Menschen diese Freude erleben dürfen und darin den Mut und die Kraft erhalten, sich von ihm in Dienst nehmen zu lassen.
Tobias Heil aus Frankenthal, Studienort Mainz
Welches ist dein Lieblingsgleichnis?
Gleichnis von den klugen und törrichten Jungfrauen (Mt 25,1-13)
Beim ersten Lesen scheint die Sache klar zu sein: Zu den fünf klugen Jungfrauen rechne ich mich nicht. Mir ist klar, dass mein Handeln oft keine adäquate Antwort auf die Liebe und das Opfer Christi am Kreuz ist. Dann bleibt mir ja nicht vielmehr übrig… dann gehöre ich wohl zu den törrichten Jungfrauen. Schließlich führe ich mehr schlecht als recht ein Leben in der Nachfolge Christi. Wenn ich das Gleichnis aber wirklich ernst nehme und mir mein Verhalten bei einer plötzlichen Wiederkunft des Herrn, jetzt und heute, überlege, muss ich mir wohl eingestehen, dass ich noch nicht mal eine Lampe dabei hätte. Wahrscheinlich würde ich sogar das Rufen nicht hören und die Akunft des Hernn komplett verpassen. Abends, kurz vorm Zubettgehen, wenn ich den Tag Revue passieren lasse stelle ich mir oft die Frage: Wie habe ich mich heute verhalten? Wie habe ich gelebt? War ich wach? War ich wach für die Nöte meiner Mitmenschen? War ich wach für den Ruf des Herrn? Hatte ich heute Öl dabei? Oder zumindest eine Lampe?
Peter Heinke aus Blieskastel, Studienort Münster
Was ist dein Lieblingsort im Bistum?
Mein Lieblingsort im Bistum ist das Wallfahrtskloster zu »Unsrer Lieben Frau mit den Pfeilen« in Blieskastel. Mit diesem Ort bin ich aufgewachsen, und habe dort Dimensionen der Kirche erlebt, die im Alltag einer Pfarrei nicht so stark ins Bewusstsein kommen: Angefangen bei der franziskanischen Jugendarbeit, bis hin zu einer gesunden marianischen (Volks-) Frömmigkeit.
Das Gnadenbild – eine Pietà aus dem 14. Jahrhundert, die von Kriegern mit Pfeilen beschossen wurde – steht im Mittelpunkt der Wallfahrt. In der Darstellung Mariens mit ihrem toten Sohn auf dem Schoß – ein Moment des Leidens und Schmerzes angesichts der drastischen Realität – finden sich, viele Besucher des Ortes wieder und suchen Rat, beten und bitten. Aber auch die gegenteilige Seite unseres Lebens kommt in Blieskastel zur Geltung: Dankbarkeit und Freude, wie sie auch Maria kannte und wohl am schönsten im Magnifikat ausspricht. In Blieskastel zeigt es sich in der Liturgie, in Andachten, v.a. auch in den wunderbaren Lichterprozessionen im Frühherbst oder im Klosterfest. Nicht zuletzt gehören zum Wallfahrtsort jene Menschen, zu deren Alltag das Kloster gehört, die täglich oder wöchentlich kommen, die mit diesem Ort leben, die ihn prägen und sich von ihm prägen lassen.
Viele Fragmente kommen somit im Wallfahrtskloster zusammen, so dass sich an diesem Ort als Ganzes ein geistliches Zentrum zeigt, an dem Begegnung mit Gott, auf den hin die Gottesmutter ein lebendiger Hinweis ist, und Gemeinschaft des Glaubens unterschiedlicher Menschen ereignen. Solche Orte sind meines Erachtens gerade für die Zukunft der Kirche unerlässlich.
Jens Henning aus Herxheim, Pastoralkurs
Welches theologische Fachgebiet interessiert dich besonders?
Besonders interessiere ich mich für die systematische Theologie und im Speziellen für das Fach Dogmatik. Die Dogmatik ist deshalb so spannend, weil sie dem Studierenden ein besonderes existentielles Engagement abverlangt. In der Dogmatik werden auf wissenschaftliche Weise die großen Fragen der Menschheit und des christlichen Glaubens thematisiert: Wo komm‘ ich her, wo geh‘ ich hin? Reizvoll und herausfordernd finde ich die Aufgabe der Dogmatik in unserer heutigen Zeit: Wie kann der zu reflektierende Glaube mit dem gesicherten Bestand neuzeitlichen Wissens ins Gespräch kommen? Der Dogmatik obliegt es daher, eine dem modernen Menschen gerechte Sprache zu finden, damit die traditionellen Glaubensinhalte in ihrer ganzen Tragweite zur Entfaltung kommen.
Walter Höcky aus Edesheim, Studienort Lantershofen
Welches ist dein Lieblingskirchenlied?
»Ein Danklied sei dem Herrn« (GL 903) In diesem Lied wird für mich die Erfahrung der Liebe und Barmherzigkeit Gottes ausgedrückt.
Ich darf mir dessen gewiss sein, dass es keinen menschlichen Lebensvollzug gibt, der nicht von der göttlichen Liebe und Gnade durchwaltet ist. Meines Erachtens wird eine Facette dieser Durchdringung Gottes in der letzen Strophe des Liedes, in der Wendung »und sei gewiss, er meint es gut«, offenbar. Hier wird das Erleben der Geborgenheit in Gott in schwierigen Lebensphasen zur letzten und tiefsten Zufluchtsquelle. Auf diesem festen Fundament kann ich auch in diesen schwierigeren Lebenserfahrungen aus der Gewissheit leben, dass Gott mir in Liebe beisteht. Aus diesem Vertrauen erwächst für mich der Dank, der in mein tägliches Gebet mündet und die Liedzeile »o sei zu seinem Lob nicht träge, meine Seele« zur Geltung gelangen kann.
Michael Kapolka aus Hornbach, Pastoralkurs
Was fasziniert dich am Priesterberuf?
Faszinierend finde ich, dass ich mich Gott ganz überlasse und Ihm die Führung meines Lebens anvertraue.
Christus, den Gekreuzigten und Auferstandenen verkündigend, möchte ich durch mein Lebenszeugnis und die Sakramente, die Menschen zu Gott begleiten und somit das weiterschenken, was ich selbst empfangen habe.
Alexander Klein aus Dudenhofen, Studienort Mainz
Welche/n Theologin/en findest du besonders spannend?
Ich muss zugeben, dass diese Frage nicht leicht für mich zu beantworten war. Weil ich in Mainz im Priesterseminar wohne und studiere, will ich einen Theologen vorstellen, der das gleiche gemacht hat: Romano Guardini (1885-1968). Bei ihm faszinieren mich, seine sprachliche Begabung und diese besondere Art, in einfachen Worten Existentielles auszudrücken.
Zwei Gedanken aus seiner Theologie sprechen mich besonders an: Sein Verständnis von Liturgie als Vollzug von Wirklichkeit, die sich jeder Frage nach Zeitlichkeit entzieht. Als zweites seine Vorstellung vom Priestertum, das sich entweder in einer väterlichen oder einer brüderlichen Haltung ausdrückt. Beide jedoch haben in unterschiedlicher Gewichtung Gehorsam und Autorität gemeinsam, ebenso das Amt. Als Mittepunkt seines Priesterseins – er hat für sich den brüderlichen Typ gefunden – sieht Guardini die hl. Messe. Das ist auch für mich das Zentrum meines Weges.
Yousif Hanna Micha aus Speyer, Propädeutikum Bamberg
Worauf freue ich mich am Dienst des Priesters besonders?
Seit dem Jahr 2005 ist in mir ein Ruf Gottes zu spüren, besser gesagt meine Berufung von Gott. Der Auslöser war der Tod unseren Heiligen Vaters Papst Johannes Paul II. Sein Entschlafen legte einen Schalter in mir um, der mein Leben seitdem verändert hat. Er legte das Fundament meiner Berufung. Die Aufforderung unseres Herrn Jesus Christus ihm zu folgen, nimmt an Bedeutung zu.
Für mich bedeutet das Priesteramt nicht nur ein »Amt« auszuüben, vielmehr erhält der Priester durch das heilige Sakrament der Weihe eine heilige Kraft und eine Mission zum Dienst für seine Schwestern und Brüdern in der Kirche und in der Welt. Somit ist er ein einfacher Diener und setzt das Werk Jesu Christi fort.
Thomas Ott aus Waldmohr, Studienort Eichstätt
Was für eine gesellschaftliche Funktion hat für dich das Christentum?
Die Funktion des Christentums in der Gesellschaft ist die Sicherstellung der Wahrung der Personalität, eben der Schutz der Würde des Menschen, seiner Freiheit und seines Wohles. Erst wenn die unauslöschliche Würde des Menschen geachtet wird und die daraus folgenden Rechte ohne Einschränkung durchgesetzt werden, entsteht soziale Gerechtigkeit.
Die Solidarität der Christen mit den anderen Menschen zeigt sich durch ihr Einsetzen für gerechte gesellschaftliche Strukturen. Diese fordert für alle Menschen u.a. den Zugang zu geistigen und materiellen Gütern, die Würdigung der menschlichen Arbeit besonders durch einen gerechten Lohn sowie die Religionsfreiheit, die Möglichkeit der ungehinderten Glaubensweitergabe, die durch den Staat gewährleistet werden muss. Christen, die aktiv am politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben der Gesellschaft teilnehmen, arbeiten für das Gemeinwohl, da sie Verantwortung für die anderen übernehmen und so dazu beitragen, dass Menschen sich geistig und religiös frei entfalten können und in Frieden, Freiheit und sozialer Sicherheit leben können. Als Priester möchte ich Menschen die christliche Wertorientierung vermitteln, die eine Hilfe ist, damit das Leben aus dem Glauben durch die lebendige Gottbezogenheit gelingt.
Florian Pletscher aus Beindersheim, Studienort Eichstätt
Was ist dein bevorzugter Kirchenbaustil?
Es mag verwundern, dass ich als Kandidat für das Bistum Speyer diese Frage nicht sofort mit »Romanik« beantworte. Vielleicht liegt es daran, dass mich schon im Kindesalter der Unterschied zwischen »meiner« katholischen, neobarocken Heimatkirche und der in direkter Nachbarschaft gelegenen protestantischen, eher spartanisch eingerichteten Kirche geprägt hat. Auf jeden Fall aber es ist heute wie damals so, dass es mir jedes Mal aufs Neue ein Lächeln und ein Staunen abringt, wenn ich eine Barockkirche betrete. Diese Versuche, mit Marmor und Gold für die Menschen ein kleines Stück des Himmels zu öffnen, faszinieren ungemein – sei es eine römische Basilika oder eben eine kleine Dorfkirche in der Vorderpfalz.
Dominik Schindler aus Homburg, Studienort München
Was ist deiner Meinung nach für die Kirche in Zukunft besonders wichtig?
Ich denke es wird das wichtig sein, was zu allen Zeiten wichtig war – den Auftrag von Kirche wahrzunehmen und das Bewusstsein dafür bei den Gläubigen wie den Klerikern wachzuhalten und zu wecken. Auch wenn sich die gewohnte Form von »Kirche« in der Zukunft wandeln wird und viel Liebgewordenes wohl nicht mehr aufrechterhalten werden kann, gilt es eine Konzentration auf das Wesentliche voranzubringen.Denn Kirche lebt aus den gottesdienstlichen Vollzügen und ist dazu bestimmt, Zeugnis von Jesus Christus und seiner Botschaft abzulegen, die Gemeinschaft untereinander und mit Christus zu pflegen und im Dienst am Nächsten präsent zu sein. Keiner von uns lebt sich selber und keiner stirbt sich selber (Röm 14,7). Es wird wichtig sein, die Überzeugung zu bestärken, dass Jesus Christus der unverrückbare Bezugspunkt für Kirche ist. Allerdings wird zunehmend auch ein Akzent darauf gelegt werden müssen, dass der Bezug zu den Gläubigen aufrechterhalten wird, denn aus dem Sendungsauftrag Christi resultiert für mich die Dynamik nicht zu warten, bis die Gläubigen zur Kirche kommen, sondern den Kontakt zu ihnen zu suchen. Auch wenn »Kirche« in Deutschland zahlenmäßig schrumpfen wahrscheinlich wird, ist es trotzdem wichtig als tragende Säule im gesellschaftlichen Gefüge präsent zu bleiben. Es wird wahrscheinlich darum gehen, die Sprache der Gläubigen zu verstehen, und zu versuchen, die Stimme Gottes in den Zeichen der Zeit zu erkennen. Wenn mit Wohlwollen und Sorge die Beziehung zu den Gläubigen aufrechterhalten wird, bin ich davon überzeugt, dass sich einiges von selbst ergeben kann. Mit der Theologie des Zweiten Vatikanischen Konzils zusammengefasst, wird es für die Kirche zukünftig darum gehen, als Sakrament Zeichen Gottes in der Welt zu sein (vgl. LG 1).
Matthias Schmitt aus Schifferstadt, Studienort Eichstätt
Was gefällt dir am Bistum Speyer?
Das Bistum Speyer ist für mich meine Heimat – hier habe ich meine Wurzeln und bin gerne in unserem Bistum unterwegs. Natürlich liegt mir der Speyerer Dom besonders am Herzen, da ich mit diesem schon seit meiner Kindheit eine besondere Verbindung habe. Täglich kommen viele Menschen aus allen Teilen Deutschlands und der Welt in dieses Gotteshaus, um sich begeistern zu lassen. Der Dom mit seiner fast 1000jährigen Geschichte ist ein Zeuge von christlicher und europäischer Geschichte und eine Faszination. Solch eine Begeisterung wird bei mir auch ausgelöst, wenn ich nach Speyer komme und der romanische Bau schon von weitem die Stadt überragt.
Nils Schubert aus Kaiserslautern, Studienort München
Worin siehst du die Aufgabe der Kirche im 21. Jahrhundert?
Die wichtigste Aufgabe der Kirche ist im 21. Jahrhundert natürlich dieselbe wie in den 20 vorherigen auch: den Menschen zu einer lebendigen Gottesbeziehung zu verhelfen. Ein weiteres wichtiges Aufgabengebiet wird sich sicher im ethischen Bereich ergeben. Durch den technischen, wissenschaftlichen und medizinischen Fortschritt, den wir in den letzten Jahren schon erleben konnten und der sich in den kommenden Jahren und Jahrzehnten noch weiter intensivieren wird, werden sich völlig neue und ungeahnte Möglichkeiten ergeben – faszinierende wie erschreckende. Da natürlich nicht alles was möglich ist auch notwendigerweise sinnvoll sein muss, wird es zu zahlreichen Diskussionen und Auseinandersetzungen kommen. Hier wird dann die Kirche gefragt sein sich in die Debatten einzumischen, einen Leitfaden für den menschenwürdigen Umgang mit den neuen Möglichkeiten beizusteuern und den Menschen so Orientierung zu geben.
Martin Seither aus Hauenstein, Studienort Eichstätt
Welche Wallfahrtsstätte zieht dich besonders an?
In meinem Heimatdorf Hauenstein steht in der Nähe des Karmelitinnenklosters eine kleine alte Kapelle, in der sich eines der ältesten Vesperbilder unserer Diözese Speyer befindet. Von Kindheit an ist mir dieses Bild Marias vertraut, die weiß, was es bedeutet, wenn einem der letzte Halt genommen wird. Bis heute ziehen die Gläubigen am Gelöbnisfest »Mariaherzeleid« (Sonntag nach dem 15. September) mit der Pieta in einer Lichterprozession durchs Dorf, um Maria ihre Sorgen und Anliegen anzuvertrauen und für ihre Hilfe zu danken. So durfte ich von klein auf erfahren, dass die Kirche eine betende Weggemeinschaft ist. Ihr Platz ist an der Seite der Menschen, gerade auch der suchenden und leidenden.
Ich wäre dankbar, wenn es mir einmal als Priester gelingen könnte, den Menschen, die mir anvertraut werden, etwas von der Nähe Gottes und seiner Sorge um uns Menschen zu vermitteln und ihnen zu helfen, sich IHM anzuvertrauen.
Danijel Sevo aus Dannstadt-Schauernheim, Pastoralkurs (Praktikumsort: Bobenheim-Roxheim)
Welcher Papst beeindruckt dich?
In meinem relativ noch »kurzem Leben« erlebe ich gerade meinen zweiten Papst. Der selige Johannes Paul II. und sein Nachfolger Benedikt XVI. sind Päpste, die mich sehr beeindruckt haben bzw. beeindrucken. Ich will aber mit Johannes XXIII. auf die gestellte Frage antworten. Die meisten werden ihn mit dem II. Vatikanum in Verbindung bringen, mit dem er eine neue Ära in der Kirche einleitete – was ihm sicherlich einen festen Platz in der (Kirchen-)Geschichte gesichert hat.
Angelo Giuseppe Roncalli, so sein bürgerlicher Name, war alles andere als der Favorit auf dem Papstthron. Mit 77 Jahren zum Papst gewählt sollte er nur ein »Übergangspapst« sein, der nichts Bewegendes vollbringen sollte. Alt, korpulent, gutmütig, Bauernsohn, tief religiös, bescheiden, ja fast naiv – genau das machte ihn zu einem der beliebtesten Päpste. In einer so kurzen Zeit (fünfjähriges Pontifikat) gewann er, wie keiner seiner Vorgänger, so schnell die Herzen der Gläubigen. Vor allem seine Spontaneität und sein humorvolles Wesen waren geradezu ansteckend und machten ihn beliebt. Sein ganzes Wirken stellte er ihn den Dienst der Kirche – so verstand er seine Aufgabe, die er auch humorvoll zum Ausdruck brachte: »Giovanni, nimm dich nicht so wichtig. Wenn du stirbst, kommt der nächste Papst!« Ich ermutige und lade alle ein, sich ein wenig von dieser beeindruckenden Gestalt anstecken zu lassen!
Florian Stark aus Offenbach b. Landau, Studienort Eichstätt
Welche neutestamentliche Gestalt beeindruckt dich?
Im Neuen Testament gibt es sicherlich viele interessante Gestalten, besonders beeindruckend finde ich die des Zachäus, des obersten Zollpächters in Jericho. Zachäus muss wohl von dem unbedingten Willen beseelt gewesen sein, Jesus zu sehen. So lässt er sich auch nicht durch sein körperliches Handicap – seine Größe – davon abhalten, auf einen Maulbeerfeigenbaum zu klettern, um sich so diesen Wunsch zu erfüllen. Das Angesprochen werden und die persönliche Begegnung mit Jesus, bewegen ihn dann so sehr, dass er bereit ist, sein Leben von heute auf morgen völlig umzukrempeln und einen Neuanfang zu wagen. Seine Neugierde, sein Einfallsreichtum und sein Mut zur Veränderung machen ihn für mich zu einer beeindruckenden Persönlichkeit.











Absolventen des Priesterseminars. Für Fotografien bitte auf die Namen klicken.


Das Bischöfliche Priesterseminar St. German dient in erster Linie der pastoralpraktischen Ausbildung der Priesterkandidaten im Ausbildungsabschnitt nach der Studienphase. Selbstverständlich versteht sich das Haus aber auch als Heimat aller Priesterkandidaten des Bistums. Darüber hinaus steht das Haus für die Ausbildung der anderen pastoralen Berufsgruppen (Diakone, Pastoral- und Gemeindereferentinnen und –referenten) zur Verfügung.
Ein weiterer Schwerpunkt des Hauses ist die Fortbildung und Begleitung aller Berufsgruppen im pastoralen Dienst. Dieser Aufgabenbereich wird künftig deutlich an Bedeutung gewinnen.
Auch viele ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gemeinden kommen hierher, um geistliche, theologische und pastorale Ausbildungskurse zu absolvieren.
Soweit über diese Aufgabenbereiche hinaus noch Konferenzräume und Gästezimmer zur Verfügung stehen, versteht sich das Priesterseminar als Tagungshaus für viele kirchliche Gruppen, Verbände und Gemeinden des Bistums. Hausleitung und Personal freuen sich immer über neue Gäste, die in der geistlichen Atmosphäre des Hauses und in der wunderschönen Parkanlage ihre Veranstaltungen durchführen.

Pressemeldung, Stand März 2012
Speyer (is). Das Bistum Speyer hat die Planung für die künftige Nutzung des Bistumshauses St. Ludwig geändert. Der Gebäudekomplex in der Speyerer Innenstadt wird künftig nicht nur das Priesterseminar aufnehmen, sondern auch die Zentrale des Diözesan-Caritasverbandes, die bislang im Bistumshaus St. Josef (Obere Langgasse) untergebracht ist. Zudem wird das Haus als Veranstaltungsort für kirchliche Tagungen und Konferenzen zur Verfügung stehen. Auf ein Übernachtungsangebot im bisherigen Umfang wird verzichtet.
Das veränderte Nutzungskonzept ermöglicht es dem Bistum in seiner angespannten Finanzsituation, den Immobilienbestand in Speyer zu konzentrieren und damit weitere Kosten einzusparen. Das Bistum wird sowohl das Gebäude des bisherigen Priesterseminars am Germansberg als auch das Bistumshaus St. Josef verkaufen. Durch die Zusammenführung der pastoralen Ausbildungsstätte mit der Caritaszentrale und dem diözesanen Tagungshaus unter einem Dach können auch hinsichtlich der Raumnutzung Synergien geschaffen und Kosten eingespart werden. Zudem bietet das neue Nutzungskonzept die Chance, die Caritas und die pastorale Arbeit als Handlungsfelder der Kirche enger miteinander zu verzahnen.
Ausgelöst wurde die Umplanung durch den hohen Sanierungsbedarf am Bistumshaus St. Josef in der Oberen Langasse. Die Zentrale des Caritasverbandes wird mit rund 85 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ins Bistumshaus St. Ludwig umziehen. Das Bischöfliche Amt für Kirchenmusik und das Bischöfliche Kirchenmusikalische Institut, die ebenfalls im Bistumshaus St. Josef untergebracht sind, werden 2013 in das neue kirchenmusikalische Zentrum im Bereich des Klosters St. Magdalena integriert.
Der Umzug des Priesterseminars in das Bistumshaus St. Ludwig wurde bereits vor drei Jahren beschlossen. Grund für die Aufgabe des alten Standorts ist die notwendige Renovierung des 1955/56 errichteten Gebäudes, deren Kosten auf bis zu sechs Millionen Euro geschätzt werden. Schwerwiegende Mängel im Brandschutz sowie in der Statik erfordern allerdings auch eine grundlegende Sanierung des Bistumshauses St. Ludwig, das Ende 2010 geschlossen wurde. Nach einem Architektenwettbewerb liegen bereits konkrete Vorschläge für die erforderlichen Renovierungs- und Umbaumaßnahmen auf dem Tisch. Das Projekt soll voraussichtlich bis 2015 realisiert sein.
(Quelle: Z/91 Pressestelle, 67343 Speyer, Tel.: 06232/102-209, Fax: 06232/102-301)
Das Bistumshaus St. Ludwig wurde letztmals in den Jahren 1985 bis 1990 renoviert und umgebaut. Zuvor war es bis 1956 Priesterseminar und bis Anfang der 1980iger Jahre Konvikt. Nach der Sanierung, die jetzt ansteht, soll das Priesterseminar wieder in das Bistumshaus zurückkehren. Weiter soll es Tagungs- und Gästehaus des Bischofs und der Diözese sein, Ort der Ausbildung und geistlichen Begleitung sowie der Fortbildung der Hauptamtlichen werden und als Geistliches Zentrum in die Region hinein ausstrahlen. Darüber hinaus wird es natürlich weiterhin als Tagungs- und Begegnungsstätte für die unterschiedlichsten Gruppierungen zur Verfügung stehen. Gebäude und Gelände des bisherigen Priesterseminars werden aus Kostengründen aufgegeben. So wird die Diözese künftig in jedem Haushaltsjahr weit mehr als eine halbe Million Euro an laufenden Kosten einsparen können. Durch die Neukonzeption wird also trotz der anstehenden hohen Investitionskosten mittel- und langfristig ein Spareffekt erzielt.
Damit das Bistumshaus all den vorgesehenen Funktionen gerecht werden kann, muss es grundlegend saniert werden. Eher zufällig haben sich bei einer Feuerwehrübung im Frühjahr 2010 im Haus gravierende Brandschutzmängel gezeigt:
Hinzu kommen Mängel im Bereich der Wärmedämmung, des Schallschutzes, möglicherweise auch der Statik usw. Die Behebung dieser Mängel erfordert einen gewaltigen baulichen Aufwand, der unabhängig von den Plänen der Diözese zur Neukonzeption zu betreiben ist, um das Haus überhaupt weiterführen zu können.
Diese Investitionen lohnen sich jedoch, weil allein schon der Standort des Bistumshauses – mitten im Speyerer Stadtzentrum und trotzdem ruhig – ideal ist. Die Diözese braucht dieses Haus mit all den Möglichkeiten, die es künftig bieten wird – gerade in einer sich verändernden Diözesanstruktur. Denn es ist nicht nur wichtig, den pastoralen Nachwuchs gut auszubilden, sondern auch die Frauen und Männer in den pastoralen Berufen zu begleiten und fortzubilden. Auch in den Strukturveränderungen durch die Gemeindepastoral 2015 werden solche Zentren immer wichtiger. Und natürlich braucht die Diözese ein freundliches und offenes Gäste- und Tagungshaus. Schließlich verpflichtet der Standort mit der über Jahrhunderte währenden kirchlichen und klösterlichen Tradition sowie einer Kirche, die in ihren Anfängen auf das Jahr 1264 zurückgeht und wertvolle Kunstschätze beherbergt.
Aus all diesen Gründen hat die Diözese im Sommer des Jahres 2010 einen Architektenwettbewerb ausgelobt. Leider brachte dieser Wettbewerb noch kein endgültiges Ergebnis. Der erste Preis wurde nicht vergeben. Die beteiligten Büros lieferten zwar spannende Ideen. Diese waren aber für die Diözese nicht finanzierbar. So musste das Konzept verkleinert werden. Mit neuen inhaltlichen Vorgaben erarbeiteten die beiden zweiten Preisträger des Wettbewerbs von Januar bis März jeweils ein neues, verkleinertes Konzept.
Neben einer Reduzierung des Raumprogrammes von Bistumshaus- und Priesterseminarbereich waren in der neuen Vorgabe auch die Bibliothek und die Tiefgarage nicht mehr enthalten. Auf beide muss aus Kostengründen an diesem Standort verzichtet werden. Nach einer Prüfung der beiden Konzepte durch ein externes Projektsteuerungsbüro entschied sich die Bistumsleitung für das Konzept des Büros Oliver Brünjes Architekt AKS/BDA aus Saarbrücken. Das Büro hat bereits durch mehrere Projekte im kirchlichen und außerkirchlichen Rahmen auf sich aufmerksam gemacht. So wurde Brünjes u. a. im Jahr 2008 mit dem Landes- und BDA-Preis für Architektur im Saarland für die Sanierung des Saarländischen Landtages ausgezeichnet. Seine Frau, die Innenarchitektin Vera Burbach-Brünjes, die im Büro mitarbeitet, erhielt vom Bund Deutscher Innenarchitekten BDIA für das gleiche Projekt eine besondere Würdigung.
Der nun für das Bistumshaus ausgewählte Entwurf sieht vor, den erst im 20. Jahrhundert errichteten Seitentrakt des Bistumshauses abzureißen. Er ist aufgrund der Statik, der Materialität und der architektonischen Qualität nicht zu halten. Dafür werden die beiden Flügel des Gebäudes auf der stadtzugewandten Seite durch einen neuen Baukörper geschlossen. So wird der frühere klösterliche Charakter wiederhergestellt und die Wege im Haus wesentlich effektiver gestaltet. An der Südwestseite des Hauses soll ein moderner Gebäudetrakt errichtet werden, der einen Saal sowie Konferenzräume aufnimmt.
Über die Kosten können derzeit noch keine Angaben gemacht werden. Auch das neue Konzept muss noch einmal überarbeitet werden, um eine weitere Kostenreduzierung zu erreichen. Außerdem wird eine realistische Kostenrechnung erst möglich sein, wenn im Haus die abgehängten Decken sowie die Bodenbeläge entfernt sind. Denn erst dann zeigt sich der genaue Bauzustand des Gesamtgebäudes.
Es bleibt also weiterhin spannend!



Mit dem Auto: Finden Sie sich auf der Speyerer Umgehungsstraße ein (B 39) und halten Sie sich Richtung Süden, zum Stadtteil Vogelgesang. Wenn Sie von Westen kommen, nutzen Sie die Abfahrt SP Vogelgesang. Von dort wenden Sie sich nach rechts und folgen der Kardinal-Wendel-Straße. Am Ende dieser Straße geht es nach links zum Priesterseminar St. German. Wenn Sie von Osten kommen, nehmen Sie die Abfahrt SP Zentrum/Dom. Überqueren Sie die Kreuzung an der Ampel und fahren Sie geradeaus bis zu einem Kreisel. Dort nehmen Sie die dritte Ausfahrt, fahren durch eine Unterführung und nehmen dann die nächste Straße rechts. Jetzt fahren Sie genau auf das Priesterseminar zu.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Nördlich vom Stadt-Zentrum befindet sich der Speyerer Bahnhof. Von dort nehmen Sie die Buslinie 564, Haltestelle »Am Germansberg«.
Fahrplan-Auskünfte gibt es hier: www.vrn.de

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