Weihen

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Diakonenweihe im Speyerer Dom – 16. September 2019

Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes im Dom zu Speyer sind Stefan Häußler aus der Pfarrei Pax Christ in Speyer und Holger Weberbauer aus der Pfarrei Heiliger Ingobertus, St. Ingbert, am Samstag zu Diakonen geweiht worden. Für den Priesteramtskandidaten Stefan Häußler ist die Diakonenweihe die Vorstufe auf dem Weg zum Priestertum. Der verheiratete Holger Weberbauer, seit langem als Gemeindereferent in St. Ingbert tätig, wird dort weiterhin seinen pastoralen Dienst verrichten. Künftig ist er jedoch als Ständiger Diakon tätig und damit mit erweiterten Aufgaben in der Liturgie, der Verkündigung und im caritativen Bereich.

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Dem Gottesdienst stand Weihbischof Otto Georgens vor. Am Ende des Wortgottesdienstteils traten die beiden Kandidaten vor den Weihbischof und erklärten ihre Bereitschaft zum Dienst des Diakons. Auch die Ehefrau des künftigen Ständigen Diakons, Christine Weberbauer, erklärte gegenüber dem Weihbischof ihre Bereitschaft, das Amt ihres Ehemannes mitzutragen. Danach legte Weihbischof Georgens nacheinander den beiden Kandidaten die Hände auf. Anschließend sprach er das Weihegebet, das die versammelte Gemeinde mit dem „Amen“ bestätigte.
Drei symbolische Gesten verdeutlichten danach die Bedeutung des Weiheamtes: Den beiden neu Geweihten wurden die Dalmatik – das liturgische Gewand des Diakons – und die Stola angelegt, die Diakone als Schärpe über der linken Schulter tragen. Der Weihbischof überreichte ihnen das Evangeliar als Zeichen für ihre Aufgaben in der Verkündigung, und zum Schluss umarmten der Weihbischof und die konzelebrierenden Priester und Diakone die beiden neu geweihten Diakone.

In seiner Predigt nahm Weihbischof Otto Georgens Bezug auf ein Fußballspiel: „Fußballspieler können auf der Tribüne nichts zum Spiel beitragen – in der Arena fallen die Tore, dort wird gekämpft. Auch im menschlichen Leben hängt viel davon ab, wo ich mich befinde: auf der Tribüne oder in der Arena.“ In der Arena werde gekämpft und gelitten, nicht auf der Tribüne. Jesus habe keinen Tribünenplatz beansprucht, er sei mittendrin im menschlichen Leid, bei den Nöten der Leute gewesen. „Wo“, fragte Georgens, „ ist also euer Platz?“ Ein Diakon dürfe sich nicht mit dem Platz auf der Tribüne begnügen. „Es muss ihn in die Arena drängen, um bei den Menschen, mit den Menschen zu sein“, sagte der Weihbischof. Jesu Leben sei eine Karriere nach unten gewesen, das Gegenbild zum römischen Kaiser, der für sich göttliche Ehren beanspruchte. „Orientiert euch am Diakon Jesus Christus“, so Georgens. „Ihr begegnet ihm in der Arena, bei den Leidenden, den Armen und Kranken“.
Musikalisch wurde der Gottesdienst gestaltet von den Jugendensembles der Dommusik unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori, Domkantor Joachim Weller und Domorganist Markus Eichenlaub.

Die Diakonenweihe ist die unterste Stufe des Weiheamtes in der katholischen Kirche. Von ihrem Ursprung her ist sie die Beauftragung zum sozialen Dienst an den Armen und Kranken. Der Diakon hat aber auch besondere Aufgaben im liturgischen Bereich: Er kann Wortgottesdienste halten, das Taufsakrament spenden, der Feier der Trauung vorstehen und Begräbnisse leiten. Für den Priesterberuf ist die Weihe zum Diakon die notwendige Vorstufe. Es gibt in der katholischen Kirche aber auch die "Ständigen Diakone" - oft verheiratete Männer und Familienväter - die das Amt im Nebenberuf oder im Hauptberuf ausüben.

„Mit Feuer und Leidenschaft“ – Aussendung am 18. August 2019

„Ich bin dankbar für Ihre Berufungen.“ Mit diesen Worten schloss Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann die Beauftragung für den kirchlichen Dienst von Marita Seegers und Mark Baiersdörfer ab. Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes im Speyerer Dom entsandte er Marita Seegers als Pastoralreferentin und Mark Baiersdörfer als Gemeindereferent.
Bischof Wiesemann sprach beiden seinen Dank dafür aus, dass sie sich zur Verfügung stellen für Gott und die Kirche – um das Evangelium zu verkünden und den Menschen die Frohe Botschaft zu bringen. Seegers tut dies als Klinikseelsorgerin im Klinikum Ludwigshafen, Baiersdörfer in der Pfarrei Seliger Paul Josef Nardini in Pirmasens. Zugleich erinnerte der Bischof die Gottesdienstgemeinde daran, dass Jede und Jeder durch die Taufe zu dieser Verkündigung ebenso berufen sei.

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In seiner Ansprache spannte Bischof Wiesemann den Bogen vom Propheten Jeremiah hin zum Evangeliumstext und in die heutige Zeit. „Ist Jesus ein Spalter?“, diese Frage stellte er voran. Der Gedanke empöre die Menschen in einer Zeit, in der Hetzer, Unruhestifter und Profilierer anscheinend mehr Konjunktur hätten als Versöhner, die nicht in erster Linie ihre eigenen Interessen verfolgten.
Während heute Stärke gefordert sei, habe Jeremiah den anderen Weg gewählt. Er habe die Leidenschaft für Gott gespürt: In einer Zeit, in der es brenzlig wurde, sei er aufgestanden und habe denen widersprochen, die mit militärischer Macht die Situation lösen wollten, und sei eingestanden für Umkehr und Heilung durch Gott. Aber, so Wiesemann weiter: „In solchen Zeiten – damals und auch heute - wird der Gewaltlose unbequem für die Welt.“ Und so sei auch die Botschaft Jesu von der Gewaltlosigkeit, von Frieden und Würde für alle Menschen heute unpopulär. Aber zugleich sei so auch seine Klage darüber zu verstehen, dass diese Botschaft auf Widerstand stößt. In Jeremiah habe das Feuer der Liebe gebrannt - und genau dieses Feuer, so schloss der Bischof seine Predigt, lasse sich nicht löschen.
Damit wandte er sich an Marita Seegers und Mark Baiersdörfer: „Dieses Feuer soll auch in Ihnen brennen!“ Er sei dankbar für ihren Einsatz, räumte aber auch ein, dass ihr Dienst sie manches Mal „existenziell herausfordern“ werde und eine große innere Kraft erfordere. Zugleich sei eine solche Haltung der Leidenschaft und des Feuers aber auch eine Reinigung für die Kirche – „damit wir in der Kirchen nicht nur um uns selbst kreisen.“
Die Kirche sei eine Kirche der Sendung, so Bischof Wiesemann zu den beiden neuen pastoralen Mitarbeitern. Er umriss kurz ihren bisherigen Lebensweg, der sehr unterschiedlich war und doch nun zu ganz ähnlichen Aufgaben führte: Mark Baiersdörfer in die Gemeinde und bewusst zu den Menschen, auch zu denen an den Rändern; Marita Seegers ins Krankenhaus, wo sie sich auf intensive Begegnungen mit Menschen einlasse und auch deren Ohnmacht mittrage in schweren Lebenszeiten. „Sie lassen die Menschen spüren: Da ist jemand, der lebt aus der Gnade und der Liebe Christi“, so Bischof Wiesemann an beide.

Mark Baiersdörfer dankte am Ende des festlichen Gottesdienstes – auch im Namen Marita Seegers - dem Bischof für seine sehr persönlichen und wertschätzenden Worte. Er dankte den bisherigen Weggefährten, vor allem aber den Familien, „die oft nicht allzu viel von uns haben.“

Priesterweihe von Christoph Herr im Juni 2018

Im Speyerer Dom weiht Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann Diakon Christoph Herr zum Priester. Zahlreiche Priester, Angehörige, Freunde, Weggefährten und Gläubige – darunter viele aus seiner Heimatpfarrei Seliger Paul Josef Nardini Germersheim – feierten das festliche Pontifikalamt mit.

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Mit dem Zitat „Die Barmherzigkeit Gottes übersteigt alle Denk- und Lehrsysteme“ stellt Bischof Wiesemann den Prophet Ezechiel in den Mittelpunkt seiner Predigt.
„Wenn ein Kandidat sein ‚Adsum‘ (Hier bin ich) spricht und sich damit ganz in den Dienst Jesu Christi stellt, ist das für unser Bistum sehr wertvoll“, hob Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in seiner Begrüßung hervor. In der Predigt nahm er Bezug auf den Primizspruch von Christoph Herr „Ich leistete dir den Eid und ging mit dir einen Bund ein – und du wurdest mein“ aus dem Buch Ezechiel. Der Prophet Ezechiel habe dem Volk Gottes in der Zeit der Krise beigestanden und es nahe bei Gott gehalten. Er habe die Wirkmächtigkeit Gottes bezeugt, als alle Sicherheiten verloren zu gehen schienen. Ezechiel habe Gottes Barmherzigkeit als Liebe zum Leben verkündet. Seine Barmherzigkeit übersteige „alle Denk- und Lehrsysteme“. Er gab dem Neupriester Christoph Herr den Wunsch mit auf den Weg, dass „das Glück dieser Liebe immer größer ist und tiefer geht als die Last der Ämter und die Krisen, die es zu bestehen gilt.“

Die Priesterweihe ist eine liturgische Handlung mit reicher Symbolik. Zunächst legte der Weihekandidat gegenüber dem Bischof sein Weihversprechen ab. Darin verspricht er unter anderem, den Dienst am Wort Gottes treu und gewissenhaft zu erfüllen, die Sakramente gemäß der Überlieferung der Kirche zu feiern, den Heimatlosen und Notleidenden zu helfen sowie Ehrfurcht und Gehorsam gegenüber dem Bischof und seinen Nachfolgern. Die Weihe selbst empfing er durch die Handauflegung und das Weihegebet. Nach dem Bischof legten auch alle anwenden Priester dem Neupriester die Hände auf und machten so seine Aufnahme in das Presbyterium des Bistums deutlich. Das Messgewand wurde Christoph Herr durch seinen Heimatpfarrer Dekan Jörg Rubeck überreicht. Der Bischof salbte seine Hände mit Chrisam, dem Öl, das auch in der Taufe und bei der Firmung verwendet wird. Auf das Überreichen von Brot und Wein folgte die Umarmung als Zeichen der brüderlichen Verbundenheit. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes lag in den Händen des Mädchenchores und des Domchores unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori. Die Orgel spielte Domorganist Markus Eichenlaub.

Studium führte ihn nach Mainz, Belgien und München:
Im Jahr 1990 geboren, wuchs Christoph Herr in Germersheim auf. Sein Abitur machte er am Nikolaus von Weis-Gymnasium in Speyer. Der Weg zum Priesterberuf war ihm nicht unbedingt vorgezeichnet. In Germersheim war er in der Katholischen Jungen Gemeinde engagiert, und die Erfahrungen, die er als Gruppenleiter sammeln konnte, werde er auch „in der Seelsorge gut gebrauchen können“, ist er sich sicher. Dem Zivildienst im Archiv eines Krankenhauses folgte das Theologiestudium in Mainz, das er ohne den Hintergrund Priesterberuf begann. Die lange Geschichte der Kirche, die großen Zusammenhänge interessierten ihn. Die Entscheidung zum Priesterberuf kam für den jungen Theologen aus der Überzeugung, „dass dieser Weg für mich stimmig ist, weil ich mein Leben immer mehr auf Christus ausrichte“, so Herr. Sein Studium absolvierte er nach Mainz in Leuven (Belgien) und in München. Danach folgten einige Monate Praktikum bei der deutschen katholischen Gemeinde in Bangkok und von 2016 bis 2018 der Pastoralkurs am Speyerer Priesterseminar und in der Praktikumspfarrei Bobenheim-Roxheim. 2017 wurde Herr in seiner Heimatpfarrei Germersheim zum Diakon geweiht.